KBV: MVZ in ländlichen Regionen gut vernetzt

Mehr als ein Drittel aller Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), vor allem in ländlichen Regionen, betreibt eine Zweigpraxis. Die MVZ reagieren damit auf den demografischen Wandel und den Ärztemangel. Dies ist ein Ergebnis des Surveys zum Thema MVZ, den die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Jahre 2012 bereits zum dritten Mal durchgeführt hat. Der Schwerpunkt des aktuellen Surveys liegt auf den Fragen „Versorgung im ländlichen Raum“ und „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Für diesen Survey hat die KBV im Jahre 2011 die ärztlichen Leiter beziehungsweise Geschäftsführer aller 1.654 MVZ angeschrieben. 414 Führungskräfte haben geantwortet, also etwa ein Viertel. Die Umfrage gibt den Stand von Ende 2010 wieder und wurde im Juni 2012 veröffentlicht.

Demographischer Wandel ist Realität

Der demographische Wandel sei eine Realität in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Köhler. Wenn es um die Frage gehe, ob die wachsende Zahl älterer Patienten eine zunehmende Herausforderung darstelle, gäben 55, 5 Prozent der ländlichen MVZ an, dass diese Aussage „stark“ oder „eher“ auf sie zutreffe. Schwierig seien vor allem die großen Entfernungen für Hausbesuche. MVZ in Ober- und Mittelzentren geben dies nur zu 8,5 Prozent an.

„Die an der Befragung teilnehmenden MVZ berichten außerdem von Schwierigkeiten, in ländlichen Regionen neue ärztliche Kollegen zu gewinnen“, so Köhler.

Mehr Kooperation

Ein ebenso interessantes Ergebnis ist, dass MVZ stärker mit anderen Ärzten und anderen Leistungserbringern in der Gesundheitsversorgung kooperieren, als noch bei der Befragung 2008. Auch hier ist der ländliche Raum führend bei der Entwicklung.

58 Prozent der Antwortenden beurteilen die Gründung ihres MVZ im Wesentlichen als lohnend. Ein Viertel äußerte sich nicht konkret und für zehn Prozent der MVZ hat sich die Gründung offensichtlich nicht gelohnt.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf könne für MVZ in ländlichen Regionen angesichts des Ärztemangels noch eine größere Bedeutung bekommen, erläuterte Köhler.

Medizinische Versorgungszentren wurden im Jahre 2004 aufgrund des Gesetzes zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt. Die KBV führt seitdem eine quartalsweise Statistik. Surveys gab es bereits 2005 und 2008.

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