Köppl: Neue Organisationsformen sind Lösung für den ländlichen Raum

Dr. Bernd Köppl

Die strikte Trennung zwischen ambulanter Praxis und Krankenhaus muss aufgehoben werden, wenn der drohenden medizinischen Unterversorgung im ländlichen Raum begegnet werden soll. Dies forderte Dr. Bernd Köppl, Vorsitzender des Bundesverbandes der Medizinischen Versorgungszentren – Gesundheitszentren – Integrierte Versorgung (BMVZ) Mitte Mai 2012 in Berlin.

Regionale Krankenhäuser, so Köppl, müssten nicht nur als Zentren von stationärer Medizin, sondern auch von ambulanter Medizin fungieren. Die Zukunft der medizinischen Versorgung liege auch in neuen trägerbasierten kooperativen Organisationsformen zwischen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), Ärztenetzen und Krankenhäusern. Mögliche Akteure seien auch die Kommunen.

Als plastisches Beispiel führt er den Landkreis Uckermark mit seinen 133.000 Einwohnern (Stand 2010) an. Während die Einwohnerzahl gemäß einer Prognose des Landkreises bis 2030 um rund 20.000 Personen abnehmen werde, werde die Zahl der über 60jährigen um 10.000 Personen zunehmen und dann bei über 44 Prozent liegen.

Obwohl die Bevölkerung schrumpfe, würden mehr Ärzte benötigt, um die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Während gleichzeitig immer mehr junge Mediziner den Weg in die Niederlassung scheuen, bat Köppl die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), ihren „ideologischen Kampf“ gegen die MVZ aufzugeben. Nur mit neuen Organisationsformen ließen sich die Schwierigkeiten meistern. Die KVen sollten das unterstützen.

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