Kooperative Versorgungsformen: Medizinstudenten suchen Alternativen

Umfrage unter Studierenden belegt Interesse an MVZ

Wie aus einer Umfrage des Hartmannbundes unter Studierenden der Humanmedizin in Deutschland vom Mai 2012 hervorgeht, herrscht bei den jungen Medizinern eine besondere Skepsis gegenüber den zurzeit bestehenden Versorgungsstrukturen im deutschen Gesundheitssystem und den hier zu erwartenden Arbeitsbedingungen: Die neue Ärztegeneration sieht ihre Zukunft zum großen Teil weder in einer Einzelpraxis noch in einer Klinik mit hierarchischen Strukturen und übermäßigen Arbeitszeiten. Die jungen Mediziner zeigen vielmehr Interesse an Teamarbeit, an besseren Arbeitsbedingungen und an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Voraussetzungen, die zum Beispiel bei Arbeitsplätzen in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) zu ermöglichen sind.

Keine Unterordnung des Privatlebens

Das klaglose Hinnehmen von Überstunden und die Unterordnung des Privatlebens unter die Klinik- und Praxisabläufe scheinen für die Ärztinnen und Ärzte von morgen vorbei zu sein. Finanzielle Anreize scheinen dabei eher eine geringere Rolle zu spielen, wie die Antworten der über 4.400 Teilnehmer der Umfrage belegen.

Auch die Tätigkeit als Landarzt bleibt weiterhin bei jungen Medizinern unbeliebt. Während 24 Prozent der Befragten aus dem ländlichen Rau stammen, können sich nur 9 Prozent vorstellen, dort auch in der ambulanten Medizin tätig zu werden

Tätigkeit außerhalb der Medizin erwogen

Fast jeder zweite befragte Studierende der Humanmedizin schließt schon jetzt nicht aus, nach dem Studium eine Tätigkeit außerhalb der kurativen Medizin anzutreten und damit nicht für die Versorgung von Patienten zur Verfügung zu stehen.

Der Hartmannbund fordert die Politik auf, die notwendigen Strukturänderungen vorzunehmen, damit die flächendeckende Gesundheitsversorgung in Deutschland langfristig erhalten bleibt.

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