MVZ-Abrechnungsskandal: Berliner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Es war einer der größten medizinischen Abrechnungsskandale in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Elf Millionen Euro wurden in den Jahren 2004 bis 2010 aufgrund falscher Abrechnungen in den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) der DRK-Kliniken in Berlin gezahlt. Nach Meldungen verschiedener Berliner Zeitungen erhob die Staatsanwaltschaft Anfang März 2012 Anklage gegen sechs frühere Manager und ärztliche Leiter wegen banden- und erwerbsmäßigen Betrugs. Gegen 140 ehemals niedergelassene Ärzte sowie gegen Assistenzärzte aus den Kliniken wird weiter ermittelt.

Nach Medienberichten war die Vorgehensweise simpel. Die damaligen Geschäftsführer kauften Kassenarztsitze auf von Fachärzten, die in Ruhestand gingen, und schlossen mit diesen Ärzten dann pro forma einen Anstellungsvertrag für ein MVZ ab. Diese Fachärzte arbeiteten dann aber nicht in dem jeweiligen MVZ, sondern blieben zu Hause. Die Tätigkeiten wurden von billigen Assistenzärzten ausgeführt, abgerechnet wurden jedoch teure Facharztleistungen.

So stiegen die Umsätze der DRK-Kliniken, die Beschuldigten erhielten großzügige Boni. Die Ärzte, die ihre Kassenarztsitze zur Verfügung gestellt hatten, bekamen Prämien oder Vertragsdarlehen.

Die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.

Kommentieren

*

Werbung
Newsletter jetzt abonnieren
Sie können auch spezielle Themengebiete abonnieren.: