MedInform: GKV-Zulassung für innovative Medizintechnologien

Medizinische Innovationen sind wichtig für Gesundheit und Lebensqualität und sollten daher ohne Verzögerung allen Menschen zur Verfügung gestellt werden. In der Praxis jedoch ist die Aufnahme Neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein komplizierter Prozess. Unterschiedliche Regelungen bestehen zwischen stationärem und ambulantem Bereich. Mit dem neuen Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG), das im Januar 2012 in Kraft getreten ist, entsteht eine neue Situation, durch die das Verfahren nicht einfacher wird.

Diesem Thema widmet sich eine Informationsveranstaltung von MedInform, dem Informations- und Seminarservice Medizintechnologie, am 7. März 2012 in Köln. Die Veranstaltung richtet sich an alle Vertreiber und Hersteller von innovativen Medizintechnologien insbesondere für den ambulanten Bereich.

Unterschied: Ambulant oder stationär

Im ambulanten Bereich gilt der Erlaubnisvorbehalt: Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) werden auf Antrag im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hinsichtlich Nutzen, Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit bewertet. Werden die Kriterien erfüllt, werden diese Innovationen in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen.

Im stationären Bereich wirkt das Verbotsvorbehalt umgekehrt: Entspricht die Anwendung einer Methode nicht den notwendigen Kriterien, wird sie als GKV-Leistung per Richtlinie ausgeschlossen.

Versorgungsstrukturgesetz: Dritte Säule

Mit dem Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) soll eine Art dritte Säule – die sektorenverbindende, ambulante spezialfachärztliche Versorgung – eingeführt werden. Neu ist, dass hier auch der Verbotsvorbehalt gelten soll. Der G-BA definiert zurzeit die genauen Spielregeln. Die Hersteller und Anbieter von Medizintechnologien können eine Erprobungsregelung und Evaluation einer medizinischen Neuerung beantragen. Kommt die Erprobung aus verschiedenen Gründen nicht zustande, wird die Innovation nicht in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen. Um die frühzeitige Ablehnung zu vermeiden, soll diese MedInform-Veranstaltung den Leistungserbringern oder Herstellern medizinischer Innovationen einen Leitfaden an die Hand geben, mit dem das komplexe Antragsprozedere vorbereitet und erfolgreich durchgeführt werden kann.

In der Veranstaltung setzen sich die Referenten u. a. mit folgenden Fragestellungen auseinander:

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen kennzeichnen das NUB-Verfahren?

Lohnt sich ein Antragsverfahren für Hersteller/Leistungserbringer überhaupt?

Welche Institutionen sind am Antragsverfahren beteiligt und welchen Kriterien muss die Dokumentation standhalten?

Wie ist die Kostenerstattung nach dem erfolgreichen Durchlaufen eines NUB-Verfahrens geregelt?

Welche formalen Nachweise müssen der unabhängigen wissenschaftlichen Institution zur wissenschaftlichen Begleitung vorgelegt werden?

MedInform ist ein Service des Bundesverbandes Medizintechnologie e.V. (BVMed), Berlin.

Zur Anmeldung:

http://www.bvmed.de/events/date/medinform070312.html

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