Marburger Bund: Streik in kommunalen Kliniken droht

MB-Vorsitzender Rudolf Henke

Die Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) haben sich klar entschieden. Mit 92,7 Prozent in der Urabstimmung stimmten die Mitglieder des Marburger Bundes (MB) in den kommunalen Kliniken für einen Ärztestreik. Die Große Tarifkommission der Ärztegewerkschaft berät noch am heutigen Abend (10. Januar 2012) über die Aufnahme von unbefristeten Arbeitskampfmaßnahmen. Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, rechnet mit einem Streik ab 26. Januar. Der Streikaufruf werde alle rund 600 kommunalen Krankenhäuser im Tarifbereich der VKA betreffen. Rund 45.000 Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern werden nach dem von Marburger Bund und VKA verhandelten Tarifvertrag bezahlt.

Forderungen der Ärzte

Der Marburger Bund ist vor allem mit den Angeboten für Gehaltsverbesserungen unzufrieden, die unter der Rate der Erlöszuwächse der Krankenhäuser liegen. Dazu fordert der Marburger Bund klare Festlegungen für planbare und verlässliche Arbeitszeiten und eine Verbesserung der betrieblichen Organisation und Planung von Bereitschaftsdiensten.

Nach der jüngsten Mitgliederbefragung des Marburger Bundes leisten 55 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Kliniken pro Monat durchschnittlich fünf bis neun Bereitschaftsdienste. Für Privatleben, das diesen Namen verdient, bleibe unter solchen Bedingungen kaum noch Zeit.

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