Grüne: Pflegekräfte sollen MVZ leiten dürfen

Flexibilität bei der Übernahme medizinischer Aufgaben gefordert

Eine Delegation und dauerhafte Übertragung ärztlicher Aufgaben an nichtärztliche Gesundheitsberufe sowie die Aufhebung des Arztvorbehalts für bestimmte Tätigkeiten bis hin zur Verordnungskompetenz für bestimmte Leistungen hat die Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen in einem Antrag an den Bundestag vom 28. September 2011 gefordert. Im Zuge der Diskussion um das neue Versorgungsstrukturgesetz warf die Fraktion der Bundesregierung vor, an Einzelsymptomen herumzudoktern statt Anreize für eine bessere Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe und für eine Überwindung der Sektorengrenzen zu schaffen.

Ein Beispiel: Die Grünen fordern, dass auch Ärztenetze, Gesundheitsverbünde, Kommunen und Patientenorganisationen die Möglichkeit erhalten, Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu gründen. Die Leitung solle konsequenterweise dann auch nichtärztlichen Gesundheitsberufen wie beispielsweise Psychotherapeuten oder qualifizierten Pflegekräften ermöglicht werden.

Besonderes Augenmerk verdiene aus der Sicht der Grünen die Primärversorgung, in der verschiedene Gesundheitsberufe etwa in Primärversorgungspraxen teamorientiert zusammenarbeiten sollen.

Mehr Kreativität

Den Grünen geht es um mehr Kreativität bei der Gestaltung des Gesundheitssystems. So sollten mehr gesetzliche Spielräume für innovative Versorgungsmodelle geschaffen werden. Von großer Bedeutung sei der Ausbau der integrierten Versorgung hin zu regionalen Vollversorgungsangeboten, die sowohl den ambulanten, als auch den stationären Sektor umfassten. Stattdessen verhindere die Bundesregierung die Gründung Medizinischer Versorgungszentren, so die Grünen-Fraktion.

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