MVZ: Bild des Arztberufs wird bunter

Bundesärztekammer vom Erfolg der MVZ als Arbeitgeber überrascht

Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer

Montgomery

Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), hat in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt vom 29. August 2011 zugegeben, dass seine Organisation überrascht worden ist von der Tatsache, dass junge Ärzte gern angestellt in der ambulanten Versorgung, zum Beispiel in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), arbeiten. Er blieb zwar dabei, dass es auch in Zukunft den selbstständigen, niedergelassenen Arzt geben werde. „Aber“, so Montgomery, „das Bild wird bunter. Viele Ärzte fühlen sich als Angestellte, auch in MVZ, sehr wohl.“

Ambulant angestellt

Die Zahlen sind deutlich. Gemäß der Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind die Zahlen der in einem MVZ angestellt arbeitenden Ärzte kontinuierlich am Steigen, während die Zahl der in einem MVZ freiberuflich tätigen Ärzte eher stagniert. Das wird gemeinhin darauf zurückgeführt, dass viele junge Ärzte die wirtschaftliche Unsicherheit einer Niederlassung scheuen, aber auch den immer beschwerlicher werdenden Dienst in einer Klinik verlassen würden. Besonders für junge Ärztinnen sei auch die Möglichkeit einer Teilzeitstelle in der ambulanten Versorgung interessant.

Montgomery betont dann auch, dass es Ziel seiner Kammer sei, „für die jungen Ärztinnen und Ärzte Beruf und Familie vereinbar zu machen.“ Die BÄK werde das genau verfolgen, können aber keine Lebenswirklichkeiten planen.

Anlass für die Diskussionen zum Thema ist das neue Versorgungsstrukturgesetz, das noch in diesem Jahr die medizinische Versorgung durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) reformieren soll. Die Möglichkeiten, MVZ zu gründen und zu betreiben sollen dabei eingeschränkt werden.

Medizinische Versorgungsnetze für die Landbevölkerung

Dr. Bernd Köppl, Vorsitzender des BMVZ

Köppl

Der Bundesverband der Medizinischen Versorgungszentren etc. (BMVZ) äußerte sich in der Ärztezeitung vom 31. August 2011 weiterhin enttäuscht über diese Einschränkungen, gerade jetzt, wo auch bei der Bundesärztekammer ein Sinneswandel eingetreten sei. BMVZ-Vorstand Dr. Bernd Köppl betonte, dass es in Zeiten des Ärzteschwunds auf dem Lande sinnvoll sei, wenn MVZ Zweigpraxen einrichten und über Filialstrukturen Versorgungsnetze zur Aufrechterhaltung der wohnortnahen Facharztversorgung aufbauen könnten.

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