Gesundheitsministerin Tack: Niedergelassene Ärzte vergrätzt

Anita Tack, Ministerin in Brandenburg

Anita Tack, Gesundheitsministerin der Landes Brandenburg und Politikerin der Partei „Die Linke“, wird zunehmend unbeliebter bei den niedergelassenen Ärzten ihres Landes. Bereits im April 2011 erregte sie den Unwillen der Standesvertreter, indem sie das Konzept der niedergelassenen Ärzte als „Auslaufmodell“ bezeichnete und stattdessen die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), die bekanntermaßen dem DDR-Modell der Polikliniken nachgebildet sind, als allein seligmachende Lösung für die Zukunft proklamierte. Der Vorsitzende der Ärzte-Union Brandenburg bezeichnete die damals in der Ärzte Zeitung als „Diffamierung eines ganzen Berufsstandes“.

Neuerdings erregte Ministerin Tack Aufsehen mit einem Interview in der Märkischen Allgemeinen Zeitung im Juni 2011. Hier erklärte sie, sie sei nur für die Krankenhäuser und nicht für die Verbesserung der ambulanten Versorgung zuständig. Deshalb könne sie die ambulante Versorgung finanziell nicht unterstützen.

Protest in Brief

In einem offenen Brief wandten sich daher Dr. med. Hans-Joachim Helming, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Brandenburg, und Dr. med. Udo Wolter, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg, protestierend an ihre Ministerin:

„Sie haben sehr wohl eine Verantwortung für die medizinische Versorgung in Brandenburg – eine politische. Und die erschöpft sich eben nicht in der einseitigen Fixierung allein auf die Krankenhäuser im Land und die Moderation zwischen den Akteuren.

Die ärztlichen Körperschaften Landesärztekammer Brandenburg und Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg erwarten von Ihnen und Ihrem Ministerium keine verbalen Plattitüden, sondern wirkliche Unterstützung, damit auch in zehn Jahren die medizinische Versorgung der Menschen in Brandenburg noch auf einem hohen Niveau gewährleistet ist.“

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im brandenburgischen Landtag, Michael Schierack, warf der Ministerin bereits im April 2011 vor, sie agiere ideologisch gegen die Ärzte.

Auf Nachfrage der Ärzte Zeitung erklärte das Ministerium im Juni 2011, dass es „auf derartige Unterstellungen und falsche Behauptungen“ nicht öffentlich reagiere.

Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten begünstigen

Anita Tack ist seit 2009 Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz im Lande Brandenburg. Das Ministerium formuliert auf seiner Website seine Aufgaben im Bereich Gesundheit unter anderem so: „Die größte Herausforderung bei der medizinischen Versorgung liegt in der Fläche des Landes. Die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum muss sichergestellt und die Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten begünstigt werden.“

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