VKD: Krankenhaus-MVZ können die Situation medizinisch unterversorgter Regionen verbessern

Die Rolle der Krankenhäuser bei der Verbesserung der Situation von medizinisch unterversorgten Gebieten müsse auch gesetzlich sehr viel stärker berücksichtigt werden, als das bisher offenbar vorgesehen ist. Das forderte der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) am 4. Februar 2011 in Berlin. Kontraproduktiv sei in diesem Zusammenhang die von der Regierungskoalition und Ärzteorganisationen geführte Diskussion um die Gründung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) durch Krankenhäuser.

Der VKD wendet sich damit gegen die von einigen Seiten geschürten Vorbehalte, dass private Kapitalgeber als Gesellschafter von Krankenhäusern ungebührlichen Einfluss auf die Geschäftsführung und Patientenversorgung in MVZ nehmen könnten, die von diesen Krankenhäusern gegründet werden, und damit die Freiberuflichkeit von Ärzten gefährden würden.

Keine Anzeichen für schlechtere Versorgung

Dafür gäbe es aber keine Anzeichen, wie der VKD anhand der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der SPD im Bundestag im Oktober 2010 belegte.

Es gebe keine begründeten Zweifel an der Arbeitsweise und den Behandlungsergebnissen von in MVZ angestellten Ärzten gegenüber freiberuflichen Kollegen. Die Qualität der Versorgung in MVZ, die mehrheitlich von Ärzten betrieben werde, sei nicht besser als die Qualität der Versorgung in von Krankenhäusern betriebenen MVZ. Auch sei hier die Therapiefreiheit nicht eingeschränkt und eine ungebührliche Einflussnahme von Kapitalgebern sei auch nicht festzustellen.

Beitrag zur ambulanten Versorgung in der Fläche

“MVZ leisten unabhängig von der Trägerschaft einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung insbesondere in der Fläche. Beispiele dafür, dass irgendwo durch ein MVZ die niedergelassene Facharztstruktur gefährdet ist, oder dass es Verwerfungen zwischen den Bundesländern gibt, kenne ich jedenfalls nicht. Das ist ein starkes Indiz dafür, dass es keinen Sinn macht, die Gesellschafter-Struktur vorschreiben zu wollen”, sagte Dr. Rudolf Hartwig, Vorsitzender des VKD-Fachausschusses Betriebswirtschaft.

Es ist Position des VKD, dass Krankenhäuser maßgeblich die Aus- und Weiterbildung von Ärzten übernehmen und so den ärztlichen Nachwuchs und damit die ärztliche Versorgung nicht nur im ländlichen Raum, sondern auch in Ballungsgebieten sichern.

Selbstverständlich liege die medizinisch-fachliche Leitung eines MVZ bei Ärzten. Das habe aber nichts mit dem Gesellschaftsrecht zu tun und werde im Übrigen in den Krankenhäusern seit jeher so praktiziert.

Kommentieren

*

Werbung
Newsletter jetzt abonnieren
Sie können auch spezielle Themengebiete abonnieren.: