BMC: Überwindung der Sektorengrenzen, mehr Trägervielfalt im Gesundheitswesen

Der Bundesverband Managed Care e.V. (BMC), Berlin, hat sich im Rahmen seines jährlichen Kongresses 2011 für eine Überwindung der Sektorengrenzen in der Gesundheitsversorgung ausgesprochen. Den Kongress mit dem Titel “Neue Versorgungsformen auf dem Prüfstand – Impulse für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem” besuchten Ende Januar und Anfang Februar 2011 etwa 450 Teilnehmer, 50 Referenten lieferten Beiträge. Der BMC zog aus den Ergebnissen den Schluss, dass an integrierten, sektorenübergreifenden und kooperativen Versorgungsmodellen über Berufsfelder hinweg kein Weg vorbeiführe.

Der BMC forderte unter anderem auch mehr Trägervielfalt angesichts komplexer Herausforderungen in der Versorgung und wachsenden Arztmangels. Die „50+1-Regelung“ für Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zugunsten der Ärzteschaft beschränke diese Trägervielfalt ohne sachlichen Grund. Die Sorge, dass die Qualität der Versorgung reinem Profitdenken geopfert werde, sei aufgrund der zulassungsrechtlichen Anforderungen an MVZ unbegründet. Diesem Anliegen könne auch durch eine verbesserte gesetzliche Normierung der Kompetenzen der ärztlichen Leitungsebene in MVZ entsprochen werden. Auch solle die Wahl der Rechtsform keiner Beschränkung unterliegen.

Management-Gesellschaften als Leistungserbringer

Managementgesellschaften von Ärztenetzen sollten den Status eines Leistungserbringers mit allen damit verbundenen rechtlichen Folgen erhalten. Nur so könnten sie aktiv in den Sicherstellungsauftrag eingebunden und gleichzeitig zu notwendigen datenschutzrechtlichen Regelungen verpflichtet werden.

Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung in Deutschland muss nach Ansicht des BMC auf breitere Füße gestellt und sinnvoll ergänzt werden. Dazu brauche es sektorenübergreifende Entscheidungsmechanismen, die den regional unterschiedlichen Versorgungsrealitäten Rechnung trügen.

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