KBV und Deutscher Landkreistag schließen Rahmenvereinbarung zur Kooperation

Krankenhäuser und Praxen arbeiten auf regionaler und lokaler Ebene intensiver zusammen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Deutsche Landkreistag (DLT) haben eine Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit bei der Gesundheitsversorgung geschlossen. Dabei sollen neue Formen der Kooperation zwischen dem stationären und dem ambulanten Sektor entwickelt werden. Im Zentrum dieser Bemühungen stehen vor allem die ländlichen Gebiete mit sinkender Bevölkerungszahl. Dies teilte die KBV am 9. November 2010 mit.

Innovative Versorgung wohnortnah

„Wir wollen gemeinsam innovative Versorgungsangebote konzipieren und umsetzen. Dabei sollen die regional sehr unterschiedlichen Anforderungen berücksichtigt werden, um einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung der Patienten gerecht zu werden“, sagte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller. DLT-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Hans-Günter Henneke betonte den Einsatz der Landkreise für dieses wichtige Thema: „Fehlen Möglichkeiten der wohnortnahen ambulanten Versorgung, weist der gesamte Standort einen eklatanten Infrastrukturnachteil auf. Daher müssen wir gemeinsam Ideen entwickeln, um der drohenden Verschlechterung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum wirksam begegnen zu können. Bislang gibt es eher punktuelle Ansätze, nicht jedoch ein kraftvolles gemeinsames Vorgehen in dieser wichtigen Frage.“

Telemedizin für den ländlichen Raum

Auf regionaler Ebene werden die ambulante und stationäre Grund- und Regelversorgung stärker verzahnt. Dazu gehört die standort- und sektorübergreifende Kooperation gerade in ländlichen Gebieten. Für eine wohnortnahe Versorgung sollen hier auch telemedizinische Anwendungen erprobt werden. In anderen Regionen wollen KBV und DLT die medizinische Infrastruktur effektiver nutzen, um ein doppeltes Vorhalten von Geräten und Fachpersonal in Praxen und Krankenhäusern zu vermeiden. Auf lokaler Ebene soll der Aufbau gemeinsamer Strukturen, etwa zur 24-Stunden-Notfallversorgung, vorangetrieben werden. Gemeinsame Fallkonferenzen von Klinik- und Praxisärzten sollen das Überleitungsmanagement der Patienten verbessern, zum Beispiel bei Arzneimittelverordnungen. Weitere Ziele der Vereinbarung bestehen darin, die Therapiefreiheit der Ärzte zu stärken sowie Praxen und Krankenhäuser von bürokratischen Aufgaben zu befreien.

Kommentieren

*

Werbung
Newsletter jetzt abonnieren
Sie können auch spezielle Themengebiete abonnieren.: